covee (covee) wrote,
covee
covee

eeeehm

...so saß ich dann doch einige Stunden, mit dem Ohr an die Wand gelehnt, auf meinem Bett. Kaum ein Grad heller hatte sich die Heimkehr meiner Nachbarn angekündigt, zu der die Stöckel sich spitz durch das Treppenhaus stöckelten. Es klang als hätten sie zuerst ihre Wohnungstür geöffnet, als wären sie dann die Treppe hinaufgegangen und schlussendlich haben sie in meiner Wahrnehmung das Licht aufgedreht, um ihr absurdes Verhalten zu vervollkommnen.
Überhaupt bemerke ich das alles erst, als der Raum sich plötzlich - ich im Bett liegend, zufälligerweise die Augen geöffnet - wieder aufs feinste verdunkelte, als ob das Gehirn bloß im Rückwärtsgang arbeite, falls es das nicht ohnehin tut.
So klebte mein Ohr, wie die Fliege, die ich nach einer Stunde endlich mit einem Buch erschlagen hatte, an der Mauer, als ob das Gespräch der Nachbarn wichtiger Besuch wäre, wahrscheinlich ist.
Wenn ich mir die Wand, so wie sie jetzt ist, ansehe, besteht kein Zweifel, dass dahinter nichts, nein, dass auch dahinter bzw. ab der Mauer nur noch Mauer ist, so wie davor nur Raum ist und so wie außerhalb gerade nichts ist.
Aber mein Ohr hing an der Wand, an dem dahinter und obwohl es dunkel war, dunkel ist, war und ist noch immer zu viel Licht außerhalb mir, innerhalb mir, am Gang, vor meiner Haustür, in der Stadt, in diesem Loch, in allen Menschen hier, in meinem Kopf, als dass es je dunkel werden könnte.
Das ist keine Tragödie, eine Tragödie ist eben. Das besteht nicht einmal.
Ich habe das Ohr an die Mauer gepresst, bis ich nach dem unverständlichen Gespräch nur noch mein durch den Kopf fließendes Blut gehört habe. Es waren tatsächlich nur mehr die Wand, mein Ohr und mein Kopf und als ich mich wieder sinken ließ, stand ich quasi in diesem Niedersinken schon wieder auf, klebte gedacht schon wieder mit dem Ohr an der Wand, wenn auch nicht an dieser Wand, dann eben an etwas anderem. Wenn nicht mit meinem Ohr, dann eben mit allem was ich bin.
Denn so wie hinter der Wand nichts ist, bzw. nur Mauerwerk, so will ich nicht mit meinem Ohr an der wand, sondern eingemauert im Mauerwerk, tot, nicht existierend im Nichts hinter der Wand, ohne meinem schleppenden Ich, sein.
Der Raum ist die Wand und das einzige an der Wand ist der fast weggewischte Umriss der mit dem Buch erschlagenen Fliege un ich stehe davor, mit dem Buch in der Hand, dem Licht im Kopf, dessen einzige Aufgabe darin zu bestehen scheint, Schatten zu machen.
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